Und nun gibt's keines mehr

Eine Rezension von Sabine Körner

von contemp (Kommentare: 0)

Agatha Christie Und dann gab´s keins mehr Theater an der Marschnerstraße 17. bis 20.10.2019

Na gut, ein Krimi! Von der Queen of Crime Agatha Christie! Ein Klassiker. kann man sich ja mal ansehen. Das sagt eine, die man nicht gerade als Krimifan bezeichnen kann.

 Das es dann ein grandioser Theaterabend wurde, der Vorbehalte über den Haufen warf und einmal mehr fühlbar machte, wie Begeisterung und Spielfreude aller Beteiligten als Funke auf die Besucher überspringt, genauso wie es bei gutem Theater sein soll.

 Der langanhaltende Applaus und ein rundum glückliches Team auf der Bühne, was könnte schöner sein für die"Theaterleute" des Amateurtheaters Thalia , die sich ja jedes Mal unglaublich viel Mühe machen, ein gelungenes Stück auf die Bühne des Theaters an der Marschnerstraße zu bringen.

 Der teils mysteriöse, düstere Thriller kommt zuerst ganz harmlos daher. Lichte, angenehm strukturierte Bühne, toller Himmel im Hintergrund. Die Gäste des nie auftauchenden Ehepaares Oddey treffen nach und nach am Ort des Geschehens ein. Das Haus auf einer verlassenen Insel vor der Küste Englands.ist abgeschnitten von der Aussenwelt, kein Telefon, kein Handy und das Boot vom Festland kommt bei schlechtem Wetter überhaupt nicht!

 Alle Rollen top besetzt und super gespielt. Herausgehoben sei hier nur, stellvertretend für die coolen Männerrollen,  Romy Koitzsch-Wagener als Vera Claythorne, nett lieb sexy, ein bisschen naiv, könnte man sie sich als kaltblütige Mörderin vorstellen? Ebensowenig wie Nicole Süring als Emily Brent? Schön als tugendbeflissene, verklemmte Möchtegern-Dame umgesetzt. Das Kreuz an der Wand und die tägliche Bibellektüre haben ihr auch nichts genützt.Sie fällt dem Mörder zum Opfer, genauso wie einer nach dem anderen der Gäste, die ins Jenseits befördert werden, per Messer, Gift, Klippensturz, Revolver getreu der "Anweisung" fallen wie von Geisterhand bewegt die Püppchen vom Kaminsims.

 Die Szene wird immer gruseliger, sehr gut unterstützt durch den passenden akustischen Hintergrund und das Licht bis hin zur Dunkelszene allein mit Kerzenlicht! An dieser Stelle große Anerkennung für die Technik, die ja immer im Hintergrund bleibt, aber als "Mitspieler" so wichtig für gelungenes Theater ist. Alle Effekte so auf den Punkt zu bringen, dass muss man erstmal schaffen!

 Die Auflösung am Ende war dann wirklich super spannend und überraschend. Die Wandlung von der zuerst gefühlsabgewehrten Staatsanwältin(Judith Heisig) zur besessenen Irren war darstellerisch ein Leckerbissen, toll!

 So sind wir sehr begeistert nach Hause gefahren, haben noch lange gerätselt über dies und das (wie zum Beispiel punktgenau die Püppchen bewegt wurden, ohne das man etwas sah!!) und freuen uns auf das nächste Theater an der Marschenerstraße!

 

Sabine Körner    23.10.19

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