Na also, geht doch!

Unsere Frauen, Regie: Christian Tenbrock

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Na also geht doch! Theater unter Corona Bedingungen - so einfach konnte man sich das nicht vorstellen, umso größer war die Freude, dass es tatsächlich geklappt hat! Viel Aufwand, Umdenken, zusätzliche Arbeit - allen Helfern sei Dank - haben den Zuschauern einen unterhaltsamen Abend ermöglicht und dem Aufführungsteam sowie den Darstellern endlich das Gefühl, wieder auf der Bühne sein zu können.

Das Stück überraschte mit Wortwitz und wuchtigen Sprüchen. Die drei Typen hat man trotz aller Klischees bald ins Herz geschlossen und interessiert daran Anteil genommen, wie sich im Verlauf des Stückes Ansichten, Einsichten und Ansprüche an das Leben verändert haben.

Über 30 Jahre Freundschaft verbindet die drei Männer Simon (Michael Meyer), Paul (Dirk Timmermann) und Max (Christian Tenbrock). Jede Woche ein verlässliches Treffen zum Kartenspielen, aber diesmal gerät der gemütliche Abend zum Chaos. Der Zusammenhalt gerät ins Wanken, als sich herausstellt, dass Simon offenbar etwas Schreckliches getan hat: Die Freunde werden vor die Herausforderung gestellt, ob sie einen Mörder decken würden. Darf Freundschaft so weit gehen? Die Darsteller können allesamt durch ihr Spiel überzeugend zeigen, dass es wohl längst überfällig war, gewisse Fragen zu stellen und sich den Antworten zu öffnen. Dadurch bekommt die Handlung einen überraschenden Tiefgang. Die Vergangenheit, in der sich wohl keiner je getraut hätte, sich so zu zeigen wie man wirklich ist. Im Hinblick auf die Zukunft eine neue Dimension!

Witzige Einlagen wie Max Geständnis, auch Rap zu mögen, der Einbau von Corona Vorschriften (waren die nun wirklich so gefordert oder inszeniert??) und der Auftritt der „heißen“ Pizzabotin (Angie Hartmann) nahmen der Mischung aus Lethargie und Verzweiflung des Geschehens etwas die Schärfe.

Nachdenklich stimmte „Unsere Frauen“ am Ende schon. Wo waren sie überhaupt, die Frauen? Als begleitende Fotomontage in die Handlung einbezogen, trotzdem sehr präsent und gleichzeitig Bühnendekoration.

Die Botschaft am Schluss auch erleichternd: Die Dinge sind oft nicht so, wie sie zu sein scheinen und mit etwas Mut lässt sich das Leben anders gestalten!

 

Sabine Körner 29.10.20

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